Die unbekannte Seite von Effizienz-Einsparungen

Die Senkung des Energieverbrauchs ist bei Weitem nicht der einzige Weg zur Gewinnoptimierung

Von Ole Gerlich, Sales Development Director, Grundfos Werkzeugmaschinenbranche

Der Werkzeugmaschinenbranche stehen harte Zeiten bevor. Nach den goldenen Jahren 2010/2011 scheint 2012 zum Jahr der Abkühlung zu werden.
Im deutschen Werkzeugmaschinenbau ist laut VDMA (Abbildung 3) ein Einbruch um 10 bis 15 % zu verzeichnen; das bedeutet einen drastischen Rückgang auf das Niveau von 2008. Japan stagniert, die Umsätze liegen deutlich unter denen von 2011 und im Rekordjahr 2008 (Abbildung 4).

In China scheint sich der Boom bei der Nachfrage nach Werkzeugmaschinenausrüstung abzuschwächen. Dort wird mit verschiedenen Maßnahmen die Inflation bekämpft. Unter anderem wurde die Vergabe von Krediten für neue Produktionsanlagen eingeschränkt. In den USA erholt sich die Nachfrage, ist jedoch zu gering, um das Gesamtbild zu beeinflussen.

Der unbekannte Faktor
In einem sich abkühlenden Markt kommt es darauf an, besser zu werden, wo immer es möglich ist. In unserer Branche ist viel von Effizienz die Rede. Wie viele anderen Unternehmen sieht Grundfos eine Senkung des Energieverbrauchs als einen Weg zu mehr Effizienz. Wenn wir Energie einsparen, sparen wir nicht nur Geld, wir reduzieren damit auch die CO2-Emissionen – und das ist gut für das Klima.

Das ist natürlich alles sehr wichtig. Grundfos bietet Premium-Geräte an, die in ihrer Klasse den niedrigsten Energieverbrauch aufweisen. Unsere Motoren haben einen höheren Wirkungsgrad (IE2 und IE3) als gesetzlich vorgeschrieben, zum Beispiel durch die EU-Richtlinie zu energieverbrauchenden Produkten (EuP) für Pumpen mit hohem Wirkungsgrad.

Energie ist also wichtig, aber nicht der einzige Faktor, um Performance und Gewinn Ihres Unternehmens auf dem aktuellen Markt zu steigern.
Wenn man beispielsweise die Gesamtkosten für die Produktion eines Zahnrads betrachtet, fällt die Energie bei den gesamten Bauteilkosten nach Angaben des Statistischen Bundesamts nur mit rund 2 bis 3 % ins Gewicht (siehe Grafik).

Quelle: Stat. Bundesamt, 2010

Quelle: Stat. Bundesamt, 2010

Das Material selbst macht 40 bis 50 % der Kosten aus. Stellen Sie sich vor, wie es sich auf Ihren Gewinn auswirkt, wenn Sie 10 % des Materials einsparen können. Oder gar die Hälfte!

Knappe Ressourcen
Die Rohstoffe wirken sich immer stärker auf den Gewinn aus. Die Ölpreise bewegen sich in schwindelnden Höhen. Bei allen wichtigen Metallen – Kupfer, Aluminium, Edelstahl – haben sich die Preise in den letzten Jahren massiv erhöht (siehe Diagramm für Kupfer).

Quelle: Metal Bulletin

Quelle: Metal Bulletin

Uns gehen schlicht und einfach die Ressourcen aus. Können Sie sich vorstellen, kein Kupfer mehr zu haben? Keine elektrische Ausrüstung kommt ohne Kupfer aus. Einer Studie (Roper 2011) zufolge werden sämtliche Kupfervorkommen der Welt in den nächsten 70 bis 80 Jahren erschöpft sein.

Für Sie ist das natürlich ein weiterer guter Grund, um beim Material zu sparen. Damit vermeiden Sie steigende Kosten für Ihr Unternehmen und tragen zugleich dazu bei, unsere Erde zu bewahren.

Intelligente Nutzung von Wasser
Der Wasserverbrauch stellt unseren Planeten ebenfalls auf eine schwere Probe, da es immer weniger Süßwasserquellen bei wachsender Bevölkerung gibt. Wir wissen, dass für die Fertigung eines Pkw 148.000 Liter Wasser verbraucht werden. Manche Unternehmen passen sich notgedrungen an und finden neue Wege zur Erhaltung und Wiederverwendung von Wasser. Das sind die Pioniere.

Ein gutes Beispiel dafür ist das Nissan-Werk bei Bangalore in Indien. Dort war es schlicht unmöglich, Wasser in der notwendigen Menge von der Gemeinde zu beziehen. Außerdem ließ die Qualität zu wünschen übrig. Daher baute Nissan ein Auffangbecken, in dem Regenwasser von der riesigen Dachfläche des eigenen Werks gesammelt wird. Das Wasser wird aufbereitet, verwendet, recycelt und erneut in der Produktion eingesetzt.

Den gesamten Prozess betrachten
Last but not least müssen wir uns mit unseren „Support-Ressourcen“ befassen. Dabei geht es um Dinge wie Kühlschmiermittel, die zur Schmierung der Maschinen verwendet werden. Bis zu 35 % des gesamten Energieverbrauchs einer Maschine entfallen auf die Kühlschmiermittelversorgung, so eine Studie des Labors für Werkzeugmaschinen und Produktionstechnologie der RWTH Aachen.

Warum spreche ich als Pumpenhersteller alle diese Punkte an? Weil es – wenn wir für unsere Kunden Werte schaffen wollen – wichtig ist, sich nicht nur auf die Pumpe selbst zu konzentrieren, sondern den gesamten Produktionsprozess ins Auge zu fassen.

Letztes Jahr haben wir das Grundfos Konstruktions-Tool eingeführt, das erste „Do-It-Yourself“-Desktopprogramm, mit dem Sie Kühlung, Rohre und Pumpen für ressourceneffiziente maschinelle Anwendungen selbst gestalten können. Pumpen und Pumpensysteme sind in diesem Bereich häufig nicht richtig dimensioniert. Durch die Gestaltung des richtigen Systems können Sie die Bearbeitungsabläufe verbessern und zugleich Material, Wasser, Energie und Geld sparen.

Künftig wollen wir außerdem unser Grundfos Pumpen-Audit zu einem kompletten Maschinen-Audit erweitern, um unsere Kunden bei der Analyse des gesamten Bearbeitungsprozesses zu unterstützen.

Gemeinsam müssen wir Wege finden, die Verschwendung von Material und Ressourcen zu verringern. Dabei geht es nicht um kurzfristige Lösungen für wirtschaftliche Krisenzeiten. Wir brauchen eine Lösung, die uns weit in die Zukunft trägt, die uns hilft, die Erde zu bewahren – und unseren Gewinn zu optimieren.

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