Kommentar: Japan boomt, es gibt aber keine Abkürzungen zum Erfolg

Die Zeit ist reif, um japanische Technologie in einen gesamtheitlichen Systemansatz zu platzieren

Die Zeiten stehen gut für die Maschinenbauindustrie in Japan.
Wenn wir das Ergebnis des japanischen Verbandes für Werkzeugmaschinenfabriken „Japan Machine Tool Builders’ Association“ (JMTBA) betrachten, so lag der Auftragseingang für die erste Jahreshälfte 2014 (Januar – Juni) bei 701 Mrd. JPY. Das entspricht einem Plus von 35% über dem Vorjahresniveau. In den fünf Monaten zwischen März und Juli hat jeder Monat mehr 120 Mrd. JPY verzeichnet. Der Verband erwartet  einen Auftragsstand zum Jahresende von 1,4 Billionen JPY (10,1 Mrd. EUR)  (+25% vs. LY). Das wird der Stand aus guten alten Zeiten sein.

Wie geschieht sowas?
Der ausschlaggebende Faktor ist der Wechselkurs von US Dollar und Euro gegenüber dem Yen. Der japanische Yen ist zu seinem früheren Kurs von rund 1 USD=110 JPY und 1 EUR= 135 JPY zurückgekehrt. Das Exportgeschäft wurde somit wieder profitabel und Werkzeugmaschinenbauer konnten ihren Wettbewerbsvorteil gegenüber europäischen und anderen asiatischen Herstellern wiedergewinnen.

Takarada Michio, 財田充郎

Takarada Michio, 財田充郎

Entwickeln sich andere Industriezweige genauso gut?
Obwohl andere Industriezweige ebenso eine gute Leistungsfähigkeit verzeichnen, ist sie nicht auf demselben Level. Die Lage für den nationalen Maschinenbausektor hat sich aufgrund eines staatlichen Förderpaketes verbessert, das die Neuanschaffung von Maschinen durch Zuschüsse und Steuervergünstigungen fördert.

Wie lange wird dieser Aufwärtstrend anhalten?
Einige Aspekte lassen einen Abwärtstrend befürchten, so wie der russisch/ukrainische Konflikt aber auch Risiken notleidender Kredite in China. Sofern es aber nicht zu einem kritischen Ereignis kommt, prognostizieren Analytiker ein Anhalten der starken Nachfragen von Übersee sowie der binnenwirtschaftlichen Erholung zumindest bis zum Jahresende.

Was macht Grundfos?
Um unsere führende Position im japanischen Pumpenmarkt für den Maschinenbau aufrecht zu erhalten gibt es keine Zauberei und keine Abkürzungen. Nur durch das Verkaufen von Pumpen werden wir nicht Marktführer bleiben. Um dahin zu gelangen, müssen wir ein großes Augenmerk darauf legen, wo wir unseren Kunden einen Mehrwert bieten können hinsichtlich „harter“ (hohe Qualität, Produkte mit großer Energieeffizienz gemäß der lokalen Vorschriften) und „weicher“ (kürzere Reaktionszeiten und wettbewerbsfähige globale Abdeckung) Werte.

Im April 2015  wird in Japan eine neue Hocheffizienzmotor-Richtlinie (IE3), „Top Runner“ genannt, in Kraft treten. Grundfos produziert beides, Pumpen und Motoren. Wir wollen die richtigen Produkte am richtigen Ort zur richtigen Zeit ausliefern. Unsere Pumpen für den Maschinenbau mit den neuen MG und MGE Motoren erfüllen oder übertreffen sogar schon jetzt die IE3 Vorgaben.

Weiterhin produzieren und tätigen wir Geschäfte weltweit. Mit unserem globalen Netzwerk in dem wir arbeiten, können wir bessere professionelle Unterstützung anbieten. Gründet also unser Kunde eine neue Produktion in den USA, in Großbritannien oder sonst wo in der Welt, können wir problemlos die geforderten Qualitätsprodukte und Dienstleistungen in gleicher Weise zur Verfügung stellen, genauso wie sie es in Japan gewohnt sind.

In welche Richtung bewegt sich die japanische Werkzeugmaschinenindustrie?
Japanische Maschinenbauer sind weltweit führend bei der Entwicklung neuer Technologien und innovativer Funktionen. Aber sie sind nicht mehr nur reine Maschinenbauer. Heute agieren sie als Anbieter für ganzheitliche Systemlösungen, integriert mit einer Industrieroboter und automatisch gesteuerten Förderung, die es erlaubt die Effizienz des gesamten Produktionsprozesses zu maximieren –schnelleres Arbeiten mit weniger Energie. Unter diesem Gesichtspunkt, glauben wir, dass unser Grundfos iSOLUTIONS Programm – die Integration unserer effizienten Pumpen, Antriebe, Steuerungen und Schutzeinrichtungen, Messeinrichtungen sowie Kommunikationsschnittstellen – den japanischen und globalen Werkzeugmaschinenherstellern nicht nur weiterhin dabei helfen wird die hohen Auftragseingänge zu genießen, sondern sie auch auf einem anhaltendem Level für die nächsten Jahre zu halten.

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