Wissenschaftliche Einblicke aus der Werkstatt

Führendes Werkzeugmaschinenlabor macht sich schmutzig und fördert Nebeneffekte

Lassen Sie sich von den vielen Nadelstreifenanzügen und Krawatten im weltweit größten Labor für Produktionstechnik nicht täuschen.

Stecken hinter dem Grundfos Design Tool: Dirk Friedrich und Bastian Maier, Inhaber von Grindaix, einem Ableger des WZL.

Im WZL, dem Labor für Werkzeugmaschinen und Produktionstechnik an der RWTH Aachen, fühlen sich die gut angezogenen Doktoranden und Professoren in der Werkstatt genauso wohl wie in den Unterrichtsräumen.

"Sie müssen in der Lage sein, einen Blaumann überzustreifen und mit den Unterarmen in einer öligen Maschine zu arbeiten", sagt Dirk Friedrich, ein Doktorand am WZL. "Unser Motto lautet: Wenn ein Doktor der Ingenieurwissenschaften einem Arbeiter an der Maschine nicht zeigen kann, wie er seine Sache besser machen kann, dann hat er seinen Titel nicht verdient!"

Das WZL ist eine der weltweit angesehensten Ausbildungsstätten für Werkzeugmaschinentechnik. Mit circa 160 Werkzeugmaschinen, die auf den 18.000 Quadratmetern Fläche seiner eigenen Werkstatt verteilt sind, kann das Labor nahezu jeden industriellen Herstellungsprozess simulieren, erläutert Friedrich.

"Wir sind sehr stark darauf bedacht, die Praxis der Werkzeuge zu erlernen - nicht nur die Theorie", sagt er. "Darin unterscheiden wir uns von den anderen."

Die Regierung fördert das WZL zu 30 %, die restlichen 70 % stammen aus der Industrie im Gegenzug für die Optimierung ihrer Technologien und Verfahren, erläutert Friedrich weiter.

"Wir helfen Herstellern dabei, ihre Produktivität zu steigern. Das kann durch bessere Werkzeugmaschinen, Verfahren, Management- oder Qualitätssicherungsprozesse geschehen. Das stellt unseren größten Mehrwert dar."

Nebeneffekte für Grundfos

Friedrich ist ebenfalls Gründer von Grindaix, eines der zahlreichen Ablegerunternehmen, die von Doktoranden des WZL gegründet worden sind. Grindaix war zusammen mit Grundfos an der Entwicklung des neuen Grundfos Design Tool beteiligt.

Das WZL unterstützt viele solcher Start-up-Unternehmen und überträgt allmählich die Inhaberschaft an die Gründer, wenn sie das Unternehmen über einen Zeitraum von fünf bis sechs Jahren erfolgreich voranbringen.

"Dann ziehen sie sich zurück, und die frischgebackenen Doktoren müssen auf eigenen Füßen stehen", sagt Friedrich.

Grindaix gehört nun Friedrich und seinem Partner Bastian Maier, nachdem es fünf Jahre unter der Obhut des WZL stand. Das Unternehmen hat seine Expertennische in der Optimierung von Lösungen zur Kühlmittelzuführung für die herstellende Industrie gefunden. Diese Lösungen beinhalten präzisere Düsen und andere Konstruktionsprodukte, webbasierte Konfigurationssoftware (wie das Grundfos Design Tool) sowie technische Dienstleistungen wie den Entwurf von Kühlsystemen und Kühlsystemprüfungen.

"Wir konzentrieren uns auf eine ressourcen-effizientere Produktion, bei der weniger Energie, Wasser und andere Materialien verbraucht werden, ohne dass darunter die Produktivität leidet", sagt Friedrich.

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