Energie sparen: worauf es wirklich ankommt

Ein Pumpenaudit bei Yokohama Rubber zeigte potenzielle Energieeinsparungen von mehr als 50 % bei einem Austausch von alten und viel zu großen Pumpen. Der tatsächlich durchgeführte Austausch bestätigte dieses Ergebnis.

- Geschichte von Roberto De Vido

Ende 2009 bekam Tsumoru Yamashita, Vertriebsbüroleiter bei Grundfos Japan, einen Anruf von einem seiner Händler. Ob er mit dem Händler einen Kunden besuchen – den führenden japanischen Reifenhersteller Yokohama Rubber – und ihm dabei helfen würde, ein Geschäft abzuschließen, um die kaputte Pumpe eines Mitbewerbers auszutauschen?

Tsumoru Yamashita sagte zu und während des Besuchs des Yokohama-Rubber-Werks in Shinshiro auf den Hügeln Zentraljapans – einer von fünf Produktionsstätten für Reifen, die das Unternehmen in Japan betreibt – beobachtete er etwas Bemerkenswertes. Yamashita bemerkte, dass die Hauptpumpen, die das Wasser für die Kühlung der Produktionslinie der Fabrik lieferten, mindestens dreißig Jahre alt waren. Er schlug dem Chefingenieur von Yokohama, Kenichi Hattori, ein Pump Audit vor und dieser stimmte zu.

Kenichi Hattori, leitender Ingenieur bei Yokohama

Kenichi Hattori, leitender Ingenieur bei Yokohama

Ein Pump Audit analysiert den Wirkungsgrad, die Durchflussmenge, den Druck und den Energieverbrauch einer Anlage. Das Audit ergab, dass durch den Austausch der vorhandenen Pumpen durch Grundfos Einsparungen von 51 Prozent möglich seien. Kenichi Hattori war unsicher. Den Energieverbrauch um die Hälfte zu senken, erschien ihm ein absurdes Versprechen, aber letztendlich stimmte er dem Upgrade zu.

„Ich habe zwei Budgets für den Kesselbetrieb“, sagt er. „Das größere Budget ist für die Reparatur und den Austausch beschädigter oder kaputter Pumpen. Aber mir stehen ebenfalls Gelder für den Austausch von Pumpen zur Verfügung, um den Energieverbrauch zu senken. Das besitzt bei uns aber nicht höchste Priorität – für uns ist Zuverlässigkeit der wichtigste Faktor. Nach dem Pump Audit habe ich mich aber dazu entschieden, diese alten Pumpen zu ersetzen."

Aus Skepsis werden Einsparungen
Hiroki Inoue, Service-Manager bei Grundfos, und sein Team führen in Japan jährlich mehr als 400 Pump Audits durch. Er sagt, dass dem Vertriebsteam des Unternehmens oft Skepsis entgegengebracht wird, wenn sie potenziellen Kunden von den möglichen Energieeinsparungen erzählen. Aber wenn es das Endresultat in solchem Maße beeinflussen kann, sind sie bereit, es zu versuchen.

„Unsere Daten zeigen Potenzial für Energieeinsparungen auf. Diese sind für die Kunden gleichbedeutend damit, Geld zu sparen“, sagt er. „Nachdem wir unsere ersten vier Hydro-MPC-EF-Pumpen installiert hatten, führten wir ein weiteres Pump Audit für Yokohama Rubber durch und erreichten das vorausgesagte Ergebnis: Wir haben ihren Energieverbrauch um 51 Prozent gesenkt“, fügt er hinzu. Im ersten Jahr konnte Yokohama Rubber durch den Austausch der Pumpen mehr als vier Millionen Yen (ca. 40,000 Euro) sparen.

Nachdem die neuen Pumpen für signifikante Einsparungen gesorgt hatten, suchten Kenichi Hattori und Masaki Noro, Geschäftsführer des Werks in Shinshiro, nach weiteren Möglichkeiten, die Effizienz zu verbessern. Im August 2011 kauften sie weitere fünf Pumpen für die Fabrik in Shinshiro, die in einer Installation für Einsparungen von 52 Prozent sorgten und in einer anderen für Einsparungen von 39 Prozent. Trotz der anfänglichen Zweifel, ob die Grundfos-Pumpen tatsächlich dazu in der Lage sein würden, so hohe Energieeinsparungen zu liefern, war Kenichi Hattori nun überzeugt. „Heute, mehr als zwei Jahre, nachdem wir die ersten Pumpen installiert haben, bin ich davon überzeugt, das Yamashita-san mich nicht angelogen hat“, scherzt er und erntet dafür ein stilles Lächeln von Yamashita.

Im ersten Jahr hat der Pumpenaustausch Yokohama Rubber mehr als 4 Millionen JPY (ungefähr 40.000 Euro) an Energiekosten eingespart.

Im ersten Jahr hat der Pumpenaustausch Yokohama Rubber mehr als 4 Millionen JPY (ungefähr 40.000 Euro) an Energiekosten eingespart.

Mehr Upgrades
Kenichi Hattori teilte die Ergebnisse anderen Yokohama-Werken mit. Ingenieure in Hiratsuka kauften und installierten eine TP200-400/4- Pumpe von Grundfos, die sich innerhalb von einem Jahr amortisierte – auch deswegen, weil Ingenieure von Grundfos kalkuliert hatten, dass ein viel kleinerer Pumpenmotor (55 kW) als der bisher installierte (95 kW) vollkommen ausreichen würde. Yamashita glaubt, dass Grundfos sehr gut aufgestellt ist, um Yokohama dabei zu helfen, die Kosten und den Energieverbrauch weiter zu senken. "Die ersten Pumpen, die wir installiert haben, sorgten für Energieeinsparungen von 51 Prozent, und das war tatsächlich die niedrigste Effizienzsteigerung, die wir in all unseren Installationen dort festgestellt haben", sagt er. „Unsere darauf folgende Installation hat den Energieverbrauch der Pumpen um 54 Prozent gesenkt und die dritte Installation um 53 Prozent.“

Das Yokohama Werk in Shinshiro stellt täglich 40.000 Reifen her.

Das Yokohama Werk in Shinshiro stellt täglich 40.000 Reifen her.

Die Yokohama Rubber Company wurde 1917 als Reifenhersteller gegründet. Heute produziert sie außerdem Produkte und Werkstoffe für die Industrie sowie für Luft- und Raumfahrt. Ihr jährlicher Umsatz beträgt 465.1 Milliarden Yen (4.57 Milliarden Euro). Yokohama Rubber besitzt Produktions- und Teststätten an neun Standorten in Japan sowie in den Vereinigten Staaten, China, Thailand, Vietnam und auf den Philippinen. In der Fabrik in Shinshiro wird 24 Stunden am Tag gearbeitet, an 347 Tagen im Jahr. Dort arbeiten etwa 1,500 Mitarbeiter in zwei Schichten (zuzüglich Überstunden), die täglich 40,000 Reifen herstellen.

Grundfos-Pumpen
• Hydro MPC-EF 4 CR90-2-1 Druckerhöhungsanlage
• Hydro MPC-E 3 CRE32-6 Druckerhöhungsanlage
• TP 200-400/4
• CR 64-1-1
• CU 351 Steuerungsanlagen

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